Perdita von Bremen

Eine Frau im 14. Jahrhundert

(hier nicht ganz stilecht gekleidet... )

 

Perdita wurde 1303 von Friesen nach Bremen zur Familie Doneldey gebracht – beim ersten Frühlingsmarkt unter dem Schutz des Marktfriedens. Der Friesenhäuptling machte keine weiteren Angaben zu der Dame, außer daß sie mit einer schwer erscheinenden Kopfwunde zu ihnen gebracht wurde (damit man sich dort ihrer entledige); die "Habseligkeiten" der Dame sollten ebenso wie ihr Gepäck in den Besitz der Friesen übergehen. Nichts seltsames in jenen Tagen, und die Friesen waren ohnehin nie Leute, die allzuviele Fragen gestellt haben. Allerdings war die Kopfwunde nur leicht, und als die Frau des Häuptlings zur Wintersonnenwende zu Bett gebracht wurde, half die Dame bei der Entbindung von Zwillingssöhnen. Das Christentum lag zum Teil immer noch in Fehde mit alten Religionen; und dem alten Glauben zufolge wäre es von schlechtem Omen gewesen, die Dame nun noch zu töten. Also – da sie nicht bei ihnen bleiben konnte – fanden die Friesen es das Beste, sie mit allem Geld (Nur wenig vermindert, immerhin hatte man ja doch so seine Ausgaben!) und Juwelen nach Bremen zu bringen.

Die Dame, zu jener Zeit annäherungsweise zwischen 18 und 20 Jahren alt, hatte keine Erinnerungen an ihren Namen und ihr vorheriges Leben, zeigte sich aber kenntnisreich nicht nur in fraulichen Beschäftigungen, wie etwa Sticken und Nähen, sondern auch im Lesen und Schreiben, ebenso wie in der englischen Sprache und ein wenig Französisch und Latein. Sie konnte alles sein, von der Tochter eines reichen Gemeinen bis zu einem Mitglied der Aristokratie. Aber da niemand sie als Familienmitglied anerkannte oder nach ihr suchte, und die Dame selber sich nicht erinnerte, hätte sie eigentlich im nächsten Nonnenkloster landen müssen, um so mehr, als daß ihre nicht unerheblichen "Habseligkeiten" die immerwährende Gier des Klerus erweckte.

Zum Glück standen die Bremer nie auf besonders gutem Fuße mit dem örtlichen Klerus (wie zum Beispiel den Bischöfen: feine Exemplare klerikaler Gier und daher folgerichtig mehrere Male bis nach Hamburg gescheucht), daher gaben die Doneldeys der Dame ein neues Heim und nannten sie Perdita (die "Verlorene"). Mit der Hilfe des Herrn des Hauses, einem erfolgreichen Kaufmann, der einige gewitzte Geschäfte mit Perditas Geld machte, sammelte sie einen gewissen Reichtum an und konnte daher in vergleichsweiser Unabhängigkeit leben, wobei nie jemand herausfand, wer sie war.

 

 

Soweit meine Persona. Ich wurde in Bremen geboren, ich liebe diese Stadt, und was könnte passender sein als die Stadt, die schon sehr früh in unserer Zeit eine gelungene Mischung aus Freiheit, Vernunft, Kriegertum, Toleranz und Klugheit repräsentierte. Die Doneldeys waren eine real existente, wohlbekannte Patrizierfamilie von gutem Ruf und schon damals für ihre Wohltätigkeit bekannt. Die Herren des Hauses waren in mehr als einer Generation Bürgermeister und in diesem Amt sehr erfolgreich.

Obwohl ich Handarbeiten in der Schule hasste (Wer nicht?), begann ich es zu mögen, als man mich nicht mehr dazu ZWINGEN konnte. Ich nähe, stricke (Jawohl, auch Arrans!), sticke und bastle ein bißchen mit Häkeln, Klöppeln und Occhi rum...

Was andere Hobbies betrifft: Ich war selber Liferollenspieler. Da ich leicht gehandicapped bin, konnte ich niemals den siegreichen Helden/Magier/ Was-auch-immer abgeben (ich kann weder kämpfen noch abhauen), also hatte ich Glück als Barde und Geschichtenerzähler. Während die Helden oft in Schlachten sterben, bei Hinterhalten ums Leben kommen oder durch Assassine erledigt werden, tötet niemand den Geschichtenerzähler, aus demselben Grund, warum man nicht auf den Klavierspieler schießt: Tote unterhalten einen nicht. Ich habe mich auf "Drei-Worte-Geschichten" spezialisiert – gebt mir drei Worte und ich erzähle Euch eine Geschichte daraus. (Oh, und bitte sagt nicht: Prinzessin, Ritter und Drache. Die daraus resultierenden Geschichten sind wenige und verlieren ein bißchen nach der 500sten Wiederholung...).